Für den Frühling haben wir noch einen kleines Abo im Mai und Juni für euch: zwei besondere Konzerte, eines davon mit dem designierten neuen Chefdirigenten der Münchner Phiharmoniker:
Samstag, 17.5. 19:00 Uhr
Dirigentin GIEDRĖ ŠLEKYTĖ
Sopran CHEN REISS
Franz Schreker: »Vom ewigen Leben« – Raminta Šerkšnytė: »Midsummer Song« – Richard Strauss: Ausgewählte Orchesterlieder – Felix Mendelssohn Bartholdy: 3. Symphonie »Schottische«
Das lebendige Musikleben Litauens beschenkt die Klassikwelt mit herausragenden Künstlern — und vor allem Künstlerinnen. Giedrė Šlekytė und Raminta Šerkšnytė teilen nicht nur das Herkunftsland, dessen bewegte Geschichte und archaische Natur sich in Šerkšnytės Musik eindrücklich widerspiegeln, beide gelten jeweils auf ihrem Gebiet als musikalische Botschafterinnen Litauens und sorgen international für Aufhorchen. Inspiriert vom »reichen und süßen Sopran« seiner Frau Pauline entwickelte Richard Strauss eine Vorliebe für das Lied, sowohl in der intimen Form mit Klavierbegleitung als auch für das klanglich vergrößerte Orchesterlied. Franz Schreker verzichtete auf derartige Gattungsbezeichnungen, als er seine zwei letzten Lieder schlicht »Vom ewigen Leben« nannte. Die beiden Lieder nach Texten von Walt Whitman markieren durch ihr geniales Ineinandergreifen von Stimme und Begleitung einen Höhepunkt in Schrekers reichem Vokalschaffen. Die israelische Sopranistin Chen Reiss ist nicht nur eine bewunderte Strauss-Interpretin sondern auch eine engagierte Pionierin, Schrekers Werke auf die Konzertpodien zurückzubringen. Schottland mit seiner sagenumwobenen Landschaft und Geschichte war unter den Künstlern der Romantik angesagt. Felix Mendelssohn Bartholdy fand in Schottland Inspiration für seine Symphonie Nr. 3, in der »schottische Stimmungen« tatsächlich zu hören sind, vom Nebel, Sturm und Regen bis zu einer Klarinette, die wie ein Dudelsack auftritt.
Freitag, 6.6. 19:30 Uhr
Dirigent LAHAV SHANI
Violine LEONIDAS KAVAKOS
György Ligeti: »Atmosphères« – Igor Strawinsky: Violinkonzert – Johannes Brahms: 2. Symphonie
Fast drei Minuten lang blickt das Kinopublikum auf ein schwarzes Standbild, während die sphärischen Klangflächen von György Ligetis »Atmosphères« durch den Saal wandern. Mit dieser Einstimmung auf die Auflösung von Zeit und Raum beginnt Stanley Kubricks filmisches Meisterwerk »2001: Odyssee im Weltraum«. Statt auf eigens komponierte Filmmusik zurückzugreifen, bediente sich Kubrick lieber bei großartig komponierter Konzertmusik. Igor Strawinsky fand mit seinem Violinkonzert einen eigenwilligen, fast schon heiteren Zugang zu der Gattung. Mit barocken und romantischen Stilanleihen spielt er mit den Hörerwartungen des Publikums, nur um das Vertraute dann ironisch zu durchbrechen. Interpretiert wird Prokofjews erstes Violinkonzert von Leonidas Kavakos, einem der versiertesten Violinvirtuosen der Gegenwart, der für seinen einzigartigen Geigenklang gerühmt wird. Der Weg zur Entstehung von Brahms’ erster Symphonie war lang und steinig, doch die Komposition seiner »Zweiten« ging schnell und leicht von der Hand. Seit der erfolgreichen Uraufführung 1877 gilt Brahms »pastorale« 2. Symphonie als sein beliebtestes symphonisches Werk, hier dirigiert vom zukünftigen Chefdirigenten der Münchner Philharmoniker, Lahav Shani.